Wir, das
ist das Schleppgespann Zipfhauser/Hartinger von der MFSU Treubach, wollten
einmal unseren Horizont erweitern. Also dachten wir uns, wir besuchen mal eine
andere Veranstaltung neben OÖ-Cup oder Ö-Pokal. Uns lag vor allem daran, einmal
zu sehen, mit welchen Modellen und Gespannen woanders geschleppt wird.
Die Deutsche Meisterschaft wurde
heuer in Brettheim ausgetragen. Da das von der Entfernung her noch tragbar war,
(ca. 300 km) entschlossen wir uns, hinzufahren. Laut Ausschreibung sollten am
Sonntag bis Mittag noch Wertungsflüge durchgeführt werden. Danach war ein
Showflug-Nachmittag angedacht. So fuhren wir am Sonntag zeitig in der Frühe los
und waren um ca. 9:00 Uhr am Flugplatz
in Brettheim. Etwas verwundert fanden wir eine noch verschlafene Zelt- und
Wohnwagenstadt vor. Keinerlei Flugbetrieb und nur zerlegte Modelle, bereits in
den Autos verstaut. So erfuhren wir nach kurzem Nachfragen, daß der Wettbewerb
dank des hervorragenden Wetters bereits am Samstag komplett abgeschlossen
werden konnte. Es stand nur noch die Siegerehrung aus. Es blieb uns also nichts
anderes übrig, als ein wenig durch das Pilotenlager zu laufen und uns die
Modelle in den Autos bzw. in den Unterstellzelten anzusehen.
Geflogen wird in zwei
unterschiedlichen Klassen. Einmal die Sportklasse, hier darf das Gesamtgewicht des Gespannes maximal 20kg
betragen. Und die offene Klasse. Hier gibt es keinerlei Einschränkung außer die
25-kg-Grenze für das Einzelmodell. Die Bewertung ist ähnlich wie bei uns, es
wird aber nicht der komplette Schlepp, sondern nur eine Platzrunde gewertet.
Diese Platzrunde muss ein Rechteck mit vier 90-Grad-Kurven sein. Danach ist
freies Steigen ohne Bewertung. Der zweite große Unterschied: der Segler muss
keine Figuren fliegen sondern nur eine Zeit von 200 Sekunden in der Luft sein.
Meiner Meinung nach ist das Programm etwas mager. Mir persönlich gefällt hier
das Programm vom OÖ-Cup bzw. Ö-Pokal besser.
Modelle:
Zu den
eingesetzten Modellen. Bei den Motormaschinen gibt es ein deutliches
Übergewicht bei den Wilgas. Es werden alle drei Größen der Frisch-Wilga
eingesetzt. Gleich danach kommen die Pipers. Ansonsten ist das Ganze bunt
gemischt. Es wird eigentlich mit allem
geschleppt was sich einigermaßen dazu eignet. Gesehen haben wir einige große
Jak 112, dann Bellancas, Monsuns, Pilatus Porters, auch einige Swisstrainer
waren vertreten. Bei den Seglern war alles da, von der Superorchidee bis zum
Oldie, vom Thermik- bis zum Kunstflugsegler. Nur leider konnten wir das alles
nicht im Flug sehen, sondern eben nur zerlegt und teilweise verstaut. So
warteten wir gespannt auf den Nachmittag. Aber auch hier war nicht viel los.
Wegen der extremem Hitze (ca. 30 -32 Grad im Schatten) waren nur noch wenige
Piloten für das Showfliegen zu begeistern. Nur ein paar Unentwegte ließen sich
nicht schrecken und zeigten den allerdings auch nur sehr wenigen Zuschauern ein
paar Flüge.
Der Hingucker des Tages
Das
Highlight des Nachmittags war ganz klar die Vorführung des 10,70 m spannenden
Nimbus 4 von Florian Schambeck aus Peißenberg. Es war schon ein Genuss wie
dieser Vogel mit Speed über den Platz ging um dann am Platzende mit einer
Steilkurve gewendet zu werden, nochmal über den Platz und dann nicht landen
musste, sondern per E-Antrieb wieder gen Himmel stieg. Die Maschine ist ein
technisches Sahnestück. Florian Schambeck hat für diese Maschine einen
Elektroantrieb mit Einblattpropeller entwickelt. Dieser Antrieb benötigt nur
einen Rumpfausschnitt von 215 mm!!!! für einen 25-Zoll-Propeller. Antrieb und
Modell sind ein kompletter Eigenbau von Florian. Beides wird in Kürze käuflich
erhältlich sein und von Florian vertrieben. Die Maschine ist damit komplett
eigenstartfähig. Die Biegung des Flügels ist wahrlich sensationell. Zum Looping
angestochen meint man, jetzt muß das
Ding jeden Moment brechen. Tut es aber natürlich nicht. Als wir uns mit Florian
unterhielten, meinte er, das sei eben die Kunst, einen Flügel zu bauen der sich
wie beim Original biege. Ihm ist es wie ich finde, hervorragend gelungen.
Bilder und Bericht: Hermann
Hartinger (MFSU Treubach)
Hier nun noch einige Eindrücke von den eingesetzten Modellen: