Besuch der Deutschen Meisterschaft im Seglerschlepp 2005

Wir, das ist das Schleppgespann Zipfhauser/Hartinger von der MFSU Treubach, wollten einmal unseren Horizont erweitern. Also dachten wir uns, wir besuchen mal eine andere Veranstaltung neben OÖ-Cup oder Ö-Pokal. Uns lag vor allem daran, einmal zu sehen, mit welchen Modellen und Gespannen woanders geschleppt wird.

Die Deutsche Meisterschaft wurde heuer in Brettheim ausgetragen. Da das von der Entfernung her noch tragbar war, (ca. 300 km) entschlossen wir uns, hinzufahren. Laut Ausschreibung sollten am Sonntag bis Mittag noch Wertungsflüge durchgeführt werden. Danach war ein Showflug-Nachmittag angedacht. So fuhren wir am Sonntag zeitig in der Frühe los und  waren um ca. 9:00 Uhr am Flugplatz in Brettheim. Etwas verwundert fanden wir eine noch verschlafene Zelt- und Wohnwagenstadt vor. Keinerlei Flugbetrieb und nur zerlegte Modelle, bereits in den Autos verstaut. So erfuhren wir nach kurzem Nachfragen, daß der Wettbewerb dank des hervorragenden Wetters bereits am Samstag komplett abgeschlossen werden konnte. Es stand nur noch die Siegerehrung aus. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als ein wenig durch das Pilotenlager zu laufen und uns die Modelle in den Autos bzw. in den Unterstellzelten anzusehen.

Der Wettbewerbsmodus in Deutschland

Geflogen wird in zwei unterschiedlichen Klassen. Einmal die Sportklasse, hier darf das  Gesamtgewicht des Gespannes maximal 20kg betragen. Und die offene Klasse. Hier gibt es keinerlei Einschränkung außer die 25-kg-Grenze für das Einzelmodell. Die Bewertung ist ähnlich wie bei uns, es wird aber nicht der komplette Schlepp, sondern nur eine Platzrunde gewertet. Diese Platzrunde muss ein Rechteck mit vier 90-Grad-Kurven sein. Danach ist freies Steigen ohne Bewertung. Der zweite große Unterschied: der Segler muss keine Figuren fliegen sondern nur eine Zeit von 200 Sekunden in der Luft sein. Meiner Meinung nach ist das Programm etwas mager. Mir persönlich gefällt hier das Programm vom OÖ-Cup bzw. Ö-Pokal besser.

Modelle:

Zu den eingesetzten Modellen. Bei den Motormaschinen gibt es ein deutliches Übergewicht bei den Wilgas. Es werden alle drei Größen der Frisch-Wilga eingesetzt. Gleich danach kommen die Pipers. Ansonsten ist das Ganze bunt gemischt. Es wird  eigentlich mit allem geschleppt was sich einigermaßen dazu eignet. Gesehen haben wir einige große Jak 112, dann Bellancas, Monsuns, Pilatus Porters, auch einige Swisstrainer waren vertreten. Bei den Seglern war alles da, von der Superorchidee bis zum Oldie, vom Thermik- bis zum Kunstflugsegler. Nur leider konnten wir das alles nicht im Flug sehen, sondern eben nur zerlegt und teilweise verstaut. So warteten wir gespannt auf den Nachmittag. Aber auch hier war nicht viel los. Wegen der extremem Hitze (ca. 30 -32 Grad im Schatten) waren nur noch wenige Piloten für das Showfliegen zu begeistern. Nur ein paar Unentwegte ließen sich nicht schrecken und zeigten den allerdings auch nur sehr wenigen Zuschauern ein paar Flüge.

Der Hingucker des Tages

Das Highlight des Nachmittags war ganz klar die Vorführung des 10,70 m spannenden Nimbus 4 von Florian Schambeck aus Peißenberg. Es war schon ein Genuss wie dieser Vogel mit Speed über den Platz ging um dann am Platzende mit einer Steilkurve gewendet zu werden, nochmal über den Platz und dann nicht landen musste, sondern per E-Antrieb wieder gen Himmel stieg. Die Maschine ist ein technisches Sahnestück. Florian Schambeck hat für diese Maschine einen Elektroantrieb mit Einblattpropeller entwickelt. Dieser Antrieb benötigt nur einen Rumpfausschnitt von 215 mm!!!! für einen 25-Zoll-Propeller. Antrieb und Modell sind ein kompletter Eigenbau von Florian. Beides wird in Kürze käuflich erhältlich sein und von Florian vertrieben. Die Maschine ist damit komplett eigenstartfähig. Die Biegung des Flügels ist wahrlich sensationell. Zum Looping angestochen meint man, jetzt  muß das Ding jeden Moment brechen. Tut es aber natürlich nicht. Als wir uns mit Florian unterhielten, meinte er, das sei eben die Kunst, einen Flügel zu bauen der sich wie beim Original biege. Ihm ist es wie ich finde, hervorragend gelungen.

Bilder und Bericht: Hermann Hartinger (MFSU Treubach)

 

Hier nun noch einige Eindrücke  von den eingesetzten Modellen:

Fliegerlager Bellanca KA6

Monsun 3,7 m Monsun Nimbus

Phoebus Schleppgespann I Schleppgespann II